Drei Kaminbrände in einer Woche

Blieskastel / Ormesheim. Am Donnerstagvormittag, den 08.12.2016, um 8.22 Uhr wurden die Freiwillige Feuerwehr Ormesheim und die Drehleiter aus Blieskastel-Mitte zu einem Kaminbrand in die Kapellenstraße nach Ormesheim alarmiert. Dort brannte der Kamin an einem zweistöckigen Haus mit starkem Funkenflug am Kaminaustritt. Die Einsatzkräfte aus Ormesheim sicherten in jedem Stockwerk den Kamin und bauten den Brandschutz mit Pulver und Wasser auf. Die Blieskasteler Feuerwehr kehrte über die 30-Meter-Drehleiter unter Atemschutz und mit Spezialwerkzeug für Kaminbrände den Kamin, um die brennenden Ablagerungen zu lösen und über die Revisionsöffnung im Keller zu entfernen. Am Kaminaustritt drohte der Kamin an der Verkleidung und der Dämmung sich zu entzünden. Aus diesem Grund musste die äußere Kaminverkleidung durch die Blieskasteler Drehleiterbesatzung unter Absturzsicherung entfernt werden. Abschließend erfolgte die Kontrolle des gesamten Kamins mit der Wärmebildkamera des Blieskasteler Einsatzleitwagens. Die Kaminkehrarbeiten wurden durch den hinzu gerufenen Schornsteinfegermeister unterstützt.

Der Löschbezirk Ormesheim sowie der Wehrführer aus Mandelbachtal waren mit drei Feuerwehrfahrzeugen und 15 Wehrleuten im Einsatz. Die hinzu alarmierten sieben Kameraden aus Blieskastel-Mitte unterstützten mit dem Einsatzleitwagen und der Drehleiter. Während dem Einsatz musste die Kapellenstraße voll gesperrt werden. Gegen 10.30 Uhr war der Einsatz für die Feuerwehr beendet.

 

Bei der Befeuerung eines Ofens mit festen Brennstoffen wie z.B. Holz entsteht immer auch Ruß, der sich nach und nach an den Innenwänden des Kamins ablagert. Im oberen Teil des Kamines lagert sich der Ruß sehr gut ab, besonders der Teil, der aus dem Dach schaut. Gerade in diesem Bereich bildet sich durch die großen Temperaturunterschiede Glanzruß. Bei 500 bis 600 Grad Celsius steigt zuerst starker schwarzer Rauch aus dem Schornstein, dann entzündet sich der Glanzruß. Bei der Verbrennung des Glanzrußes steigt die Temperatur im Inneren des Kamins auf 1000 bis 1300 Grad an. Der Glanzruß "schäumt" auf und vergrößert sein Volumen auf das 7 - 10fache. Das Gefährliche daran ist, dass der Querschnitt des Kamines immer kleiner wird bis es zu einem Verschluss kommt.

Des Weiteren besteht die Gefahr einer Kohlenmonoxid-Vergiftung durch Rauchgase aus dem Kamin, wenn der Abzug der Rauchgase durch den Schornstein nicht mehr gegeben ist. Durch das Verstopfen des Kamines, durch den aufgequillten Glanzruß, kann durch diesen Verschluss Rauch z.B. durch Kamintüren in die Wohnräume eindringen und das Gebäude verqualmen.

 

VERHALTEN BEIM KAMINBRAND

·  Rufen Sie sofort die Feuerwehr über die NOTRUFNUMMER 112 (europaweite Notrufnummer, auch über das Handy ohne Vorwahl möglich)

·  Verständigen Sie - wenn möglich - Ihren zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister

·  Kontrollieren Sie alle Räume, durch welche der Kamin verläuft, auf Rauch und Hitze

·  Bis zum Eintreffen der Feuerwehr können Sie im Dachboden Feuerlöscher bzw. mit Wasser gefüllte Behälter bereitstellen. Damit können kleinere Sekundärbrände gelöscht werden, die durch den Funkenflug verursacht werden könnten.

·  Schütten Sie NIEMALS Wasser in den brennenden Kamin! Der Kamin kann durch den Wasserdampfdruck explodieren und zerstört werden

·  Kontrollieren Sie, ob in Nachbargebäuden oder der Umgebung ihres Gebäudes auf Grund von Funkenflug Glutnester entstanden sind

·   Machen Sie sich für die anrückende Feuerwehr kenntlich, erwarten Sie uns vor Ihrem Haus, winken Sie uns zu. Der Einsatzleiter der Feuerwehr ist bei uns mit einer Überwurfweste (gelbe, rote oder blaue) gekennzeichnet. Er ist ihr Ansprechpartner.

 

 

Geschrieben von: Marco Nehlig

Pressebeauftragter Freiwillige Feuerwehr Blieskastel

 

Kaminbrand in Ormesheim / Fotograf: Marco Nehlig / Feuerwehr Stadt Blieskastel